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Eggert Reeder war von 1936 bis 1945 RP in Köln
Eggert Reeder war von 1936 bis 1945 RP in Köln

In einem Bericht vom 24. November 1941 an den Reichs­in­nen­mi­nis­ter beschreibt der Kölner Regierungspräsident Eggert Reeder offensichtliche Mängel im Bereich des Bonner Brand­schutzes und der Sicherheit der Bevölkerung.

Ein Hauptgrund liegt da­bei im Per­so­nal­man­gel aufgrund vieler zum Kriegsdienst ein­be­ru­fe­ner Feu­er­wehr­an­ge­hö­ri­ger.

Der Regierungspräsident ordnet daraufhin in einem Runderlass an, dass mit Wirkung vom 29. Dezember 1941 eine hauptamtlich ge­führ­te Feuerschutzpolizei in Bonn einzurichten sei.

Der 29. De­zem­ber 1941, an dem in Bonn auf An­ord­nung des Köl­ner Re­gie­rungs­prä­si­den­ten Eggert Reeder ei­ne haupt­amt­lich ge­führ­te Feu­er­schutz­po­li­zei ein­ge­rich­tet wird, gilt als Grün­dungs­tag der Be­rufs­feu­er­wehr Bonn. Die sei­ner­zei­ti­ge Un­ter­kunft war die Feu­er­wa­che an der Max­stra­ße – dort steht seit 1977/1978 das Bon­ner Stadt­haus.

Feuerwache Maxstraße | Foto/Repro: Stadtarchiv Bonn
Feuerwache Maxstraße | Foto/Repro: Stadtarchiv Bonn

Die Feuerschutzpolizei übernimmt nicht nur Aufgaben zur Gefahrenabwehr durch Schadenfeuer, sondern auch zur Durchführung des Luftschutzes. Um den Personalmangel zu kompensieren wer­den Beamte aus Königsberg und Dres­den abkommandiert.

Als Unterkunft dient die alte Feu­er­wa­che an der Maxstraße, die sie sich mit den verbliebenen freiwilligen Kräften der Polizeihilfstruppe teilt. (Die Feu­er­wa­che Max­stra­ße wird 1973 ab­ge­ris­sen, um Platz für den Bau des Stadt­hau­ses zu schaffen. Die Be­rufs­feu­er­wehr wech­selt in den Neu­bau am Lie­ve­lings­weg 112 in der Bonner Nordstadt.)

Im Sep­tem­ber 1942 wer­den die Frei­wil­li­gen Feu­er­weh­ren Duis­dorf, Lengs­dorf, Ip­pen­dorf und Pop­pels­dorf ei­nem Un­ter­kreis­füh­rer un­ter­stellt.

Ope­ra­ti­on Go­morrha“ ist der mili­tä­ri­sche Code­na­me für ei­ne Se­rie von Luft­an­grif­fen, die von der Roy­al Air Force (RAF) und der Eighth Air Force der USAAF im Luft­krieg des Zwei­ten Welt­kriegs vom 24. Ju­li bis zum 3. Au­gust 1943 auf Ham­burg aus­ge­führt wird. Es sind die bis da­hin schwers­ten An­grif­fe in der Ge­schich­te des Luft­krie­ges. Be­güns­tigt durch be­son­de­re Wit­te­rungs­be­din­gun­gen ent­fa­chen die Flä­chen­bom­bar­de­ments ins­be­son­de­re in den öst­li­chen Stadt­tei­len ei­nen ver­hee­ren­den Feu­er­sturm, dem schät­zungs­wei­se 34.000 Men­schen zum Op­fer fal­len.

Am 20. Ja­nu­ar 1944 kommt es zum Ei­sen­bahn­un­fall an der Por­ta West­fa­li­ca. Der Schnell­zug Aachen-Ber­lin auf den ca. 300 Meter öst­lich des Bahn­hofs Por­ta (Por­ta West­fa­li­ca) per Not­brem­se ge­stopp­ten Schnell­zug Köln-Ber­lin auf. Da­durch kom­men 79 Men­schen ums Le­ben.

Die Frei­wil­li­ge Feu­er­wehr Ip­pen­dorf wird 1944 in ei­ne Pflicht­feu­er­wehr um­ge­wan­delt. Sie be­steht nur noch aus über 60-jäh­ri­gen Män­nern.

Im Hafen von Ber­gen (Nor­we­gen) ex­plo­diert am 20. April 1944 ein mit 120 Ton­nen Spreng­stoff be­la­de­nes nie­der­län­di­sches Fracht­schiff. Bei der Ex­plo­si­on wer­den Tei­le der his­to­ri­schen Stadt zer­stört, 150 Men­schen kom­men ums Le­ben.

In Lengsdorf bieten die vorhandenen Gartenbunker 1944 keinen aus­rei­chen­den Schutz gegen die eingesetzten Sprengbomben, so dass ein Stollen in den Kreuz­berg getrieben wird. Ähnliches gilt für Bad Godesberg: Ein von der Firma Godesia (Produktion von Wannen und Badeöfen) pro­jek­tier­ter huf­ei­sen­för­mi­ger Stollen unter der Burg soll ausschließlich für die Be­leg­schaft bestimmt sein. An­ge­sichts feh­len­der Arbeitskräfte wirbt man später in­ter­es­sier­te Anwohner gegen Nut­zungs­er­laub­nis zur Mithilfe an.

In Beuel, wo vergleichsweise wenige Plätze in öffentlichen Luftschutzräumen und Bunkern zur Verfügung stehen, setzt man notgedrungen auf die Ertüchtigung privater Keller. Die Aufwendungen hierfür erreichen immerhin 60 Prozent der im fünfmal größeren Bonn verbauten Summe.

6. Juli 1944: Beim Brand eines Zirkuszeltes in Hartford (Connecticut, USA) sterben hunderte Menschen, darunter viele Kinder.

Beim Bombenangriff am 28. Dezember 1944 kommt die Pflicht­feu­er­wehr Ippendorf zum Einsatz und befreit Verschüttete und gräbt Tote aus den Trümmern der Häuser.

Beim An­griff auf Ip­pen­dorf und an­de­re Or­te am 4. Fe­bru­ar 1945 wer­den die Schläu­che an die Was­ser­lei­tung an­ge­schlos­sen, aber es fließt kein Was­ser, da das Haupt­lei­tungs­rohr an meh­re­ren Stel­len durch Bom­ben ge­trof­fen wor­den ist. So steht die Feu­er­wehr den Brän­den ohn­mäch­tig ge­gen­über und be­kämpft nur klei­ne­re Brän­de mit Was­ser­ei­mern.

Die fol­gen­den Fo­tos hat Jo­hann Schnei­der am 5. Fe­bru­ar 1945 – dem Tag nach dem Bom­ben­an­griff – in Lengs­dorf auf­ge­nom­men. Auf dem Fo­to links sieht man links im Bild die Häu­ser Bach­stra­ße 3 und 5. Die Stra­ße selbst ist we­gen der Trüm­mer kaum noch pas­sier­bar. Das Fo­to rechts zeigt, was nach dem Luft­mi­nen­an­griff von den Häu­sern Bach­stra­ße 5, 7, 9, 11 und 13 üb­rig ist. Die Bach­stra­ße heißt heu­te „Im Müh­len­bach“.

Luftangriffe auf Dresden und Umgebung unternahmen die Royal Air Force (RAF) und die United States Army Air Forces (USAAF) ab Herbst 1944. Historisch bekannt wurden besonders die vier Angriffswellen vom 13. bis 15. Februar 1945. Durch sie starben nach neuesten historischen Untersuchungen zwischen 22.700 und 25.000 Menschen. Große Teile der Innenstadt und der industriellen und militärischen Infrastruktur Dresdens wurden zerstört.

Viele Berichte von Zeitzeugen aus den Vororten Bonns erwähnen selbst er­rich­te­te Schutzräume. Eine letzte polizeiliche Überprüfung vom 20. Februar 1945 förderte eine umfangreiche Liste nicht zugelassener, aber trotz entsprechender Beschilderung bei Alarm aufgesuchter Luftschutzräume und Deckungsgräben zu Tage (Quelle: LVR, Bonn im Bombenkrieg 1939-1945).

Die unterfränkische Stadt Würzburg gehörte zu den Städten im Deutschen Reich, die noch in den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs bombardiert wurden. Dem schwersten Angriff am Abend des 16. März 1945, ausgeführt durch die britische Royal Air Force, fielen etwa 4.000 Menschen zum Opfer; die historische Altstadt wurde zu 90 Prozent zerstört.

Nach dem En­de des Zwei­ten Welt­kriegs ord­net die Mi­li­tär­re­gie­rung 1945 die Um­be­nen­nung der haupt­amt­li­chen Bon­ner Feu­er­schutz­po­li­zei in „Be­rufs­feu­er­wehr Bonn“ an. Ihre Per­so­nal­stär­ke darf 99 Mann nicht über­schrei­ten. Die Frei­wil­li­gen Feu­er­weh­ren wer­den der Be­rufs­feu­er­wehr un­ter­stellt.

Am 28. Juli 1945 um 15:34 Uhr Ortszeit fliegt ein B-25-Bomber infolge eines Navigationsfehlers bei schlechter Sicht auf Höhe der 78. Etage in das Empire State Building in New York (USA). 14 Menschen sterben hierbei. Das Gebäude hält dem Einschlag problemlos stand und wird bereits am nächsten Tag wieder geöffnet. Die Schäden am Gebäude werden innerhalb weniger Monate behoben.

Freiwillige bekommen Wurst und Butter als Belohnung
Nach dem Krieg beginnt allerorts der schwierige Neuaufbau der Feuerwehr. Auch in Ip­pen­dorf stöh­nen die Wehrleute: „Wir hungern und frieren, haben keine Klei­dung, kei­ne Wä­sche, keine Schuhe, zu wenig Brot, zu wenig Fett, keine Butter und zu we­nig Fleisch“.

Am 20. Fe­bru­ar 1946 kom­men bei ei­ner Grubenex­plo­si­on in der Ze­che Mo­no­pol Schacht Grim­berg 3/4 in Berg­ka­men (Kreis Unna, NRW) 405 Berg­leu­te ums Le­ben.

Entstehung des Landes Nordrhein-Westfalen – Am 23. August 1946 gibt die Britische Militärregierung die „Auflösung“ der Provinzen des ehemaligen Landes Preußen bekannt. Aus dem nördlichen Teil der preußischen Rheinprovinz mit den Regierungsbezirken Aachen, Düsseldorf und Köln sowie der preußischen Provinz Westfalen wurde das Land Nordrhein-Westfalen gebildet.

Rudolf Amelunxen wird von den Briten zum ersten Ministerpräsidenten ernannt. Am 21. Januar 1947 wird zudem das Land Lippe nach Nordrhein-Westfalen eingegliedert, wodurch das heutige Landesgebiet entsteht.

Das Tanzlokal „Karlslust“ in Berlin-Hakenfelde, (Bezirk Spandau) wird am 8. Februar 1947 durch einen Brand zerstört. 82 Menschen finden dabei den Tod und über 150 werden verletzt ... mehr.

16. April 1947: Explosion der mit Ammoniumnitrat beladenen Frachtschiffe Grandcamp (Frankreich) und Highflyer (Vereinigte Staaten) im Hafen von Texas City (Texas, USA). 486 Tote, über 100 Vermisste, 3000 Verletzte, Hunderte Obdachlose und 65 Millionen US-Dollar Schaden.

1947 brennen zwölf Morgen Kiefern im Kottenforst.

Die Berufsfeuerwehr erscheint nicht. Aber die Freiwilligen aus Ippendorf fahren mit ihren Fahrrädern in den Forst und löschen. Sie erhalten nach dem Brand 200 g Brot, 100 g Wurst und 20 g Butter als Belohnung.

Die Explosionskatastrophe von Mitholz (Gemeinde Kandergrund, Kanton Bern, Schweiz) am 19. Dezember 1947 fordert neun Menschenleben.

42 Men­schen ster­ben am Abend des 22. De­zem­ber 1947 bei Neu­wied (Land­kreis Neu­wied, Rhein­land-Pfalz) beim Zu­sam­men­stoß von zwei Schnell­zü­gen. Un­zu­rei­chen­de Be­triebs­be­din­gun­gen der Nach­kriegs­zeit haben zu dem Unfall geführt.

28. Juli 1948: Eine Kesselwagenexplosion in der BASF Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz) fordert 207 Tote und rund 3.800 Verletzte

1948 ist die Feuerwehr Ippendorf schon motorisiert. Wehrmann Johann Kommer erhält gegen Zurverfügungstellung seines Motorrades für Alarmzwecke 5 Liter Benzin – aber gegen Bezahlung. Einen Teil dieser kostbaren Flüssigkeit musste er aber noch an den Feuerwehrmann Dolff abgeben.

Am 2. Juni 1948 tritt in Nord­rhein-West­fa­len das Feu­er­schutzge­setz (FSG) in Kraft. Es wird im Laufe der Jahre mehrfach geändert und bleibt bis zur Einführung des Feu­er­schutz- und Hil­fe­leis­tungs­ge­setzes (FSHG) 1975 gültig.

Am 15. Juli 1949 wird die Stadt Prüm (heute: Eifelkreis Bitburg-Prüm, Rheinland-Pfalz) durch eine Explosionskatastrophe stark zerstört, zwölf Menschen sterben.

Laut einem Bericht der niederländischen Zeitung „De Telegraaf“ kommen am 24. November 1949 bei einem Brand und einer anschließenden Explosion im Uranbergbaugebiet bei Johanngeorgenstadt im Erzgebirge (Sachsen) mehr als 2000 Bergleute ums Leben. Die DDR-Nachrichtenagentur ADN berichtet lediglich von einem Stollenbrand, bei dem 19 Arbeiter leichte Rauchvergiftungen erlitten hätten.

Als am 8. Juni 1950 in Ippendorf das „Feuerwehr-Motorrad“ zum Einsatz kommen soll, geht das wie folgt zu: Nach telefonischem Anruf bei Brandmeister Marschall läuft dieser zu Johann Kommer, dessen Motorrad gerade kaputt und nicht zu gebrauchen ist. Nun zu Dolff. Dort das Motorrad heraus, Kammer hinten drauf und ab mit dem Alarmhorn durchs Dorf. Hier macht sich wieder fühlbar bemerkbar, wie umständlich das Alarmieren mit dem Horn ist, ziehen die Wehrleute Bilanz. Und eine Motorspritze hat die Wehr auch noch nicht.

 

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