Das Stadttor Newgate während des Großen Feuers von London im Jahr 1666
Das Stadttor Newgate während des Großen Feuers von London im Jahr 1666 (Ölgemälde)

In einem Sprichwort heißt es: „Feuer und Wasser sind zwei gute Diener, aber schlimme Herren.“ Hinter dieser Einsicht steckt die Erfahrung von Jahrtausenden.

Schon auf ägyptischen Reliefs sieht man, wie Löschgefäße von Hand zu Hand gehen – aber auch, wie Menschen Dämme gegen Fluten bauen. Fast jede antike Stadt ist mindestens einmal bis auf die Grundmauern abgebrannt. Im alten Rom sollte eine 600 Mann starke Sklavenfeuerwehr solche Schäden verhindern. Nun, man hätte besser Nero verhindern sollen.

Eine der ältesten Bestimmungen über die Hilfspflicht bei Feuersbrünsten findet sich im Stadtbuch von Augsburg aus dem Jahr 1276. „Weinträger" (wintrager) und Wasserträger sollen mit ihren täglichen Gebrauchsgegenständen Löschwasser zur Brandstelle tragen. Ähnliche Anordnungen wurden in den meisten deutschen Städten veröffentlicht. Bis Ende des 17. Und im Laufe des 18. Jahrhunderts haben alle deutsche Städte und Länder eigene Feuerordnungen auf ihren Gebieten. Die technischen Hilfsmittel zur Brandbekämpfung waren bis zum 19. Jahrhundert den Gegebenheiten entsprechend.

In den Feuerordnungen des 17. Und 18. Jahrhunderts ist in erster Linie von Butten, Zubern, Wasserfässern und Feuereimern zur Heranschaffung des Wassers die Rede. Leitern, Einreißhaken, Dachkrücken und ähnliches Handwerkszeug hatten Mauerer, Zimmerleute, Dachdecker und Schloßer im Brandfall mitzubringen.

Die Vorratshaltung an Feuereimern wurde meist ausdrücklich angeordnet. Jeder neue aufgenommene Bürgersohn solle,so eine Stadtverordnung, wenn er sich verheiratet einen brauchbaren „wohlverpichten" ledernen Feuereimer anschaffen. („keinen schlechten, so die Hausierer zum Verkauf auf dem Lande herumtragen"). Ende des 18. und anfang des 19. Jahrhunderts wurden die Feuerwehren zunehmend mit Spritzen ausgestattet. Die Feuerwehren hatten bis ins 19. Jahrhundert selten einen vereinsähnlichen Organisationsstatus. Eine Art Vorläufer der freiwilligen Feuerwehren dürften Ende des 18. Jahrhunderts Vereine gewesen sein, die als Ziel die Rettung von beweglichem Eigentum bei Feuersgefahr hatten. Erst im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden in breiter Form der Freiwilligen Feuerwehren die behördliche Genehmigung erteilt.

In unseren Breiten mussten im Mittelalter Zünfte und Innungen gegen „Wasser- und Feuersnot“ Vorsorge treffen. Später wurden die Schultheißen (Bürgermeister) zur Organisation von Brandverhinderungsmaßnahmen verpflichtet. Mitarbeiter der Gemeinde, Türmer oder Nachtwächter sollten Brandherde erkennen und die Bürger alarmieren. „Feurio!“ hallte es dann durch die Straßen.

Pflichtfeuerwehren waren gang und gäbe. Es gab sie in ländlichen Gebieten bis ins erste Drittel des 20. Jahrhunderts. In Großstädten wurden seit Mitte des 19. Jahrhunderts Berufsfeuerwehren gebildet, die erste 1851 in Berlin.

Fortsetzung folgt.

Die Geschichte des Brandschutzes wird weiter ermittelt und dokumentiert.