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Die Vorratshaltung an Feuereimern wird meist ausdrücklich angeordnet. Jeder neue aufgenommene Bürgersohn solle, so eine Stadtverordnung, wenn er sich verheiratet einen brauchbaren „wohlverpichten" ledernen Feuereimer anschaffen. („keinen schlechten, so die Hausierer zum Verkauf auf dem Lande herumtragen").

Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts werden die Feuerwehren zunehmend mit Spritzen ausgestattet. Die Feuerwehren haben bis ins 19. Jahrhundert selten einen vereinsähnlichen Organisationsstatus.

Eine Art Vorläufer der freiwilligen Feuerwehren dürfen Ende des 18. Jahrhunderts Vereine gewesen sein, die als Ziel die Rettung von beweglichem Eigentum bei Feuersgefahr haben. Erst im Laufe des 19. Jahrhunderts werden in breiter Form der Freiwilligen Feuerwehren die behördliche Genehmigung erteilt.

Ippendorf – Häuser mit Strohdächern werden Anfang des 19. Jahrhunderts verboten. Die Leute wohn­ten in Fachwerkhäusern, die mit Stroh gedeckt waren. Aber schon zu kur­fürst­li­chen Zei­ten werden Strohdächer wegen der Brandgefahr bei der Errichtung von Neu­bau­ten ver­bo­ten. Zum Bau eines Hauses benötigt man zur französischen Zeit die Ge­neh­mi­gung der Behörde.

Der erste organisierte Feuerschutz in Lengsdorf beginnt erst Anfang des 19. Jahr­hun­derts. Wenn man auch noch keine Brandspritze kaufen kann, so beschließt man doch, le­der­ne Eimer anzuschaffen. Schließlich wird dann mit Ippendorf zusammen eine Feu­er­sprit­ze erstanden.

Anderntheils sind von letztgenanntem Orte bis nach Lengsdorf mit der bespannten Spritze, weil es bergab geht, kaum mehr als fünf Minuten Zeit erforderlich und also im Nothfall Hülfe rasch genug zur Hand.

Auch in Endenich und Duisdorf seien notfalls Spritzen, heißt es.
Weiterhin wird die klamme Finanzlage der Gemeinde erläutert:

Da Lengsdorf viel mit armen Leuthen, meistens von Tagelöhnern bewohnt und sehr mit Schulden belastet sind, und die Ernte schlecht ausgefallen ist, daher würde es eine drückende Last für die Gemeinde werden.

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Am 14. De­zem­ber 1805 ster­ben bei ei­nem Brand im Be­ne­dik­ti­ner­stift Melk in Nie­der­ös­ter­reich zwei- bis drei­hun­dert rus­si­sche Kriegs­ge­fan­ge­ne, die seit der Schlacht von Aus­ter­litz in der Nord­bas­tei des Klos­ters in­ter­niert wa­ren (Quelle: Stifts­ar­chiv Melk).

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In der niederländischen Stadt Leiden (Provinz Südholland) explodiert am 12. Januar 1807 ein mit Schießpulver beladenes Schiff. Dabei werden 151 Menschen getötet, etwa 2.000 werden verletzt und 220 Häuser werden zerstört.

Am 5. September 1807 erlässt der In­nen­mi­nis­ter des Groß­her­zog­tums Berg (heute „Ber­gi­sches Land“, NRW), Jo­hann Franz Joseph von Nes­sel­ro­de-Rei­chen­stein, ei­ne „Er­neu­te all­ge­mei­ne Feu­er-Ord­nung für das Groß­her­zog­tum Berg“ (Quelle: Ber­gi­scher Ge­schichts­ver­ein).

Peter Beis aus Hamburg konstruiert 1808 einen Feuerrettungsschlauch, durch den man einen Menschen – notfalls mit Gewalt – aus einem brennenden Haus heruntergleiten lassen kann (Quelle: „Roter Hahn und Rotes Kreuz“ von Ralf-Bernd Herden).

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Die Ge­schich­te der Klei­nen­bre­mer Feu­er­wehr (heu­te zu Por­ta West­fa­li­ca, Kreis Min­den-Lüb­becke, NRW) lässt sich bis ins Jahr 1810 zu­rück­ver­fol­gen. Zu die­ser Zeit ha­ben Nam­men, Wülp­ke und Klei­nen­bre­men ein Häus­chen er­rich­tet, in dem die vor­her ge­mein­sam an­ge­schaff­te Feu­er­sprit­ze un­ter­ge­bracht wer­den soll (Quelle: LG Kleinenbremen/Wülpke).

König Max I. Jo­sef von Bay­ern grün­det am 23. Ja­nu­ar 1811 in Mün­chen die Bay­eri­sche Lan­des­brand­ver­si­che­rungs­an­stalt (heute: Ver­si­che­rungs­kam­mer Bay­ern VAöR).

Am 16. September 1811, kurz nach einem in dem Nachbardorf Fraulautern ausgebrochenen großen Brand, wird auf Beschluss des Magistrats der Stadt Saarlouis (Saarland) die bestehende Feuerlöscher-Kompanie unter Genehmigung des Präfekten von Metz, Vaublanc, durch den Oberbürgermeister Reneauld neu organisiert. Sie trägt den Namen „Compagnie de Pompiers“ oder „Sapeurs Pompiers“ (Quelle: FF Saarlouis).

Napoleon erlässt ein Dekret für die Pariser Feuerwehr („Organisation militaire du Corps des Sapeurs Pompiers de Paris“ vom 18. September 1811), das die Freiwilligkeit der Rekrutierung der Mannschaft, eine militärisch straffe Organisation und eine Bewaffnung der Mannschaften vorsieht (Quelle: FF Saarlouis).

USA

In Rich­mond (Vir­gi­nia, USA) kommt es am 26. De­zem­ber 1811 zu ei­nem The­a­ter­brand, bei dem 72 Men­schen ster­ben. Fol­gen­des wird be­rich­tet:

Wäh­rend ei­ner Be­ne­fiz­vor­stel­lung, und zwar im letz­ten Akt der auf­ge­führ­ten Pan­to­mi­me, wur­de auf dem hin­te­ren Teil der Büh­ne ein Kron­leuch­ter mit bren­nen­den Ker­zen hoch­ge­zo­gen. Die Ker­zen ent­zün­de­ten ei­ne So­fit­te [Decken­ku­lis­se aus Stoff], und die Ver­su­che, den auf dem Schnür­bo­den dienst­tuen­den Ar­bei­ter zu ver­an­las­sen, die Stri­cke der bren­nen­den Lein­wand ab­zu­schnei­den, wa­ren um­sonst. Er schien vom Schre­cken er­starrt und die Flam­men spran­gen von So­fit­te zu So­fit­te, bis schließ­lich die gan­ze Büh­ne ein Feu­er­meer war. 

Die et­wa 600 Zu­schau­er konn­ten den Be­ginn des Bran­des nicht se­hen, da er durch ei­nen vor­ge­zo­ge­nen Pros­pekt ih­ren Bli­cken ent­zo­gen war. Erst als die nie­der­fal­len­den Fun­ken das ent­setz­li­che Er­eig­nis auf der Büh­ne ver­rie­ten, erst als al­les schon in hel­len Flam­men stand, wur­de das Pub­li­kum auf das Ge­sche­he­ne auf­merk­sam. In wilder Hast stürzt­e al­les nach den Aus­gän­gen, die durch eine dicht zu­sam­men­ge­press­te Men­schen­men­ge bald ver­stopft wa­ren.

Bren­nen­des Holz und bren­nen­de Lein­wand­fet­zen flo­gen in den Zu­schau­er­raum, di­cker Rauch mach­te das At­men da­selbst un­mög­lich. Von den obe­ren Stock­wer­ken wag­te man schließ­lich den Sprung aus dem Fenster, als die Flam­men den Un­glück­li­chen im­mer nä­her auf den Leib rück­ten. Ei­ner fiel auf den an­dern, um schwer ver­letzt lie­gen­zu­blei­ben. Mehr als 70 Per­so­nen muss­ten ih­re Schau­ens­freu­de mit dem To­de be­zah­len ...

(Quelle u.a.: „Florian 14 – Achter Alarm“ von Hans Georg Prager)

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Im englischen Philadelphia explodiert am 31. Juli 1815 der Kessel der ex­pe­ri­men­tel­len Dampflokomotive Brunton's Mechanical Traveller. 13 bis 16 Men­schen kommen dabei ums Leben (Quelle: www.railwaysarchive.co.uk).

1816 wird der Landkreis Bonn gegründet. Er besteht bis zu seiner Auflösung im Jahr 1969.

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Wenn in Ippendorf ein Brand ausbricht, ist oft alles zu spät. Frauen und Kinder bilden dann ei­ne Eimerkette und schaffen aus dem nächsten Pütz das Löschwasser für die Feu­er­wehr­leu­te heran. Holzhäuser und Scheunen brennen schließlich wie Zunder.

Um die Ausrüstung mit Feuerwehrgerätschaften ist es zu Beginn der preußischen Zeit recht kläglich bestellt. 1818 sind eine Hacke und eine Leiter als Gemeindeeigentum vor­han­den. Alles andere müssen die Bewohner im Falle eines Falles selbst bereitstellen.

Viel besser sieht es um diese Zeit dagegen in Kessenich aus. Hier sind schon eine Sprit­ze, zwei Brandhaken und 200 Ledereimer vorhanden. Deshalb wird im Januar 1818 be­schlos­sen, fünf Eimer, eine Hacke und eine Leiter zum Preis von 55 Franc zu be­schaf­fen. Diese Ausrüstung ist dann auch in einer Aufstellung von 1832 aufgeführt. 

Nach und nach wird die Ausrüstung ein wenig vervollständigt. Später sind an Ge­mein­de­in­ven­tar zur Brandbekämpfung vorhanden: Vier Brandeimer, eine Brandleiter, zwei Brandhaken, zwei Hauen, eine Schiebkarre, ein Steinhammer und ein Nachtwachthorn.

Im Kottenforst brennt am 23. Mai 1819 eine Wald­flä­che an der Venne nieder. Die Ip­pen­dor­fer überlegen nicht lange und ziehen zum Löschen in den Forst.

Prompt kommt später auch das Lob der Königlichen Regierung zu Köln, das im Amtsblatt veröffentlicht wird: … durch zweck­mä­ßi­ge Löscharbeiten und thätige Hülfe … welches als Anerkenntnis ihres rühm­li­chen Benehmens hierdurch öffentlich be­kannt­ge­macht wird.

Die Ippendorfer Löschmannschaft wurde 1819 von der Regierung gelobt.
Die Ippendorfer Löschmannschaft wurde 1819 von der Regierung gelobt.

Für ih­ren Ein­satz bei den Lösch­ar­bei­ten am 23. Mai 1819 im Kot­ten­forst wer­den die Ip­pen­dor­fer Bür­ger Jo­hann Röt­ter, Hein­rich Schlö­mer, Cas­par Wu­cher, Adam Schü­ren, Con­rad Rhein­dorf und Franz Schluß von der Kö­nig­li­chen Re­gie­rung zu Köln be­lo­bigt.

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