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In den 1860er-Jahren wird angeregt, eine neue Feuerspritze und fünf Brandeimer aus Segeltuch zu kaufen. Der Gemeinderat lehnt dies jedoch im Jahre 1867 mit der Be­grün­dung ab, dass Lengsdorf ja an der in Ippendorf stationierten Spritze beteiligt sei:

Einen Segeltucheimer habe man schon einmal gehabt, der sei beim Brand in Duisdorf völ­lig zerstört worden und habe sich nicht bewährt. Überdies hätten die Leute auf dem Lan­de al­le selbst „Eimer und Büdden“ für diesen Zweck.

Bochum

In Bochum fordert 1861 die Bürgervertretung in einem Aufruf an die Bürger die Bildung einer Feuerwehr. Schon bald darauf wird sie als Turnerfeuerwehr unter dem Vorsitz des Kaufmanns Wilhelm Mummenhoff mit 98 Mitgliedern ins Leben gerufen. (Quelle: LE Bochum-Mitte).

Am 20. September 1862 erfolgt die Umgestaltung der Feuerlösch-Abteilung zur „Bonner Turner-Feuerwehr“. Sie besteht aus 60 Mann, ist uniformiert und besitzt eine eigene, von einer Feuerversicherung gespendete Spritze.

Am 13. März 1862 brennt die Scheune des Ippendorfer Ortsvorstehers Franz Adam Türck völlig ab.

Dank der umsichtigen Hilfe der Löschmannschaft greift das Feuer nicht weiter um sich. Auch Türck ist feuerversichert und erhält 125 Taler Entschädigung.

Die Bonner Turner-Feuerwehr veranstaltet am 29. Juni 1863 auf dem Marktplatz eine Übung und tritt damit erstmalig in der Öffentlichkeit auf. Dieses Ereignis gilt als Gründung der der ersten Freiwilligen Feu­er­weh­r auf dem heutigen Stadtgebiet von Bonn. Heute ist es die Löscheinheit 11 Bonn-Mitte der Feuerwehr Bonn.

Schweiz

Am 10. Mai 1861 beginnt der Brand von Glarus (Kanton Glarus, Schweiz), der erst am nächsten Tag unter Kontrolle gebracht werden kann. Acht bis zehn Menschen kommen ums Leben, rund 600 Gebäude fallen dem Feuer zum Opfer, 2.257 Personen, das sind zu diesem Zeitpunkt 47% der Stadtbevölkerung, werden obdachlos.

Belgien

In Brüssel wird 1863 das erste brauchbare Sauerstoffschutzgerät konstruiert.

Chile

Die Je­su­i­ten­kir­che Igle­sia de la Com­pa­ñía in San­tia­go de Chi­le wird am 8. De­zem­ber 1863 durch ein Feu­er zer­stört. Zwi­schen 2.000 und 3.000 Men­schen kom­men bei der Brand­ka­tas­tro­phe ums Le­ben.

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Leipzig

Am 1. März 1865 beziehen in Leipzig (Sachsen) je ein Oberfeuerwehrmann und vier Feuerwehrmänner fünf Feuerwachen. Dieser Tag gilt als Gründungsdatum der Berufsfeuerwehr Leipzig. Sie ist die neunte Berufsfeuerwehr in Deutschland und die erste in Sachsen. Kein halbes Jahr später ist Leipzig Gastgeber des 6. Deutschen Feuerwehrtages. Es war der erste Feuerwehrtag außerhalb Süddeutschlands (Quelle: Joachim Petrasch, Hans-Dieter Radecke).

Steiermark

Ein verheerender Brand am 27. April 1865 in Admont (Steiermark, Österreich) fordert sieben Todesopfer. Große Teile des berühmten Klosters, sowie des Marktes Admont werden ein Raub der Flammen.

LK Oberallgäu

Ein Großbrand in Oberstdorf (LK Oberallgäu, Bayern) vernichtet am 5. und 6. Mai 1865 zwei Drittel der Gebäude des Ortes.

Österreich

Am 15. August 1865 erscheint in der österreichisch-ungarischen Monarchie die erste Ausgabe einer Feuerwehr-Zeitung.

Bonn – Ab 1866 können auch Nicht-Mitglieder des Turnvereins der Bonner Feuerwehr beitreten. Dem vorbeugenden Brandschutz gemäß werden zudem 1868 die ersten Brandsicherheitswachen durchgeführt.

Nach und nach schließen sich die bisherigen Ortsteil-Feuerwehren aus Dransdorf, Graurheindorf, Poppelsdorf, Endenich, Kessenich und Dottendorf in der Feuerwehr Bonn zusammen.

Bei zwei großen Bränden im Jahre 1866 wird deutlich, dass die Organisation und Stär­ke der Feuerwehr verbessert werden muss.

Am 17. September 1866 brennt in Ippendorf die Scheune des Jacob Schüren mit der darin lie­gen­den Ernte ab. Auch das nebenstehende Haus wird in Mitleidenschaft ge­zo­gen.

Was ist passiert? Spielende Kinder haben in der Scheune mit Zündhölzern gespielt und schnell greift das Feuer um sich. „Die Lösch-Compagnie von Ippendorf mit ihrer Spritze hat sich gut bewährt“, heißt es. Schüren bekommt drei Taler Entschädigung.

Bisher waren das alles noch Unglücksfälle, doch 15 Jahre später geht der Feuerteufel im Dorf um und schlägt sechsmal zu. Innerhalb von zwei Jahren werden durch Brandstiftung neun Ge­bäu­de zerstört.

USA

Beim Großen Feuer von Portland (Maine, USA) am 4. Juli 1866 kommen zwar nur zwei Menschen ums Leben, aber rund 10.000 werden obdachlos und 1.800 Gebäude brennen nieder.

Bei zwei Explosionen am 12. Dezember 1866 im Kohlebergwerk „The Oaks Colliery“ in Barnsley (South Yorkshire, England) sterben insgesamt 388 Bergleute. Es ist das zweitschlimmste Grubenunglück in der Geschichte Großbritanniens.

1867 wird die fahrbare Ippendorfer Spritze gemeinschaftlich von Lengsdorf, Röttgen und Ippendorf benutzt. 29 Taler muss die Gemeinde Ippendorf für neue Hanfschläuche bezahlen.

Wales

Im walisischen Steinkohlenbergwerk Ferndale Colliery in Rhondda (Südwales) ereignen sich am 8. November 1867 zwei Explosionen, die den Tod von 178 Männern und Jungen zur Folge haben.

Dem vor­beu­gen­den Brand­schutz ge­mäß wer­den 1868 in Bonn die ers­ten Brand­si­cher­heits­wa­chen durch­ge­führt.

Wales

Bei einem Eisenbahnunfall am 20. August 1968 in Abergele (Grafschaft Conwy, Wales) sterben 33 Menschen in den Trümmern des anschließenden Brandes. Es handelt sich um den zu diesem Zeitpunkt schwersten Eisenbahnunfall in der britischen Geschichte.

LK Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

Am 2. August 1869 sterben bei einer Schlagwetterexplosion in einem Steinkohlebergwerk in Freital (LK Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Sachsen) 276 Menschen.

Türkei

Im Stadtteil Pera wütet in Konstantinopel (heute: Istanbul, Türkei) am 5. Juni 1870 ein großer Brand, dem mindestens 3.000 Häuser sowie etwa 1.300 Bewohner zum Opfer fallen.

USA

Im Hafen von New York kommt es am 30. Juli 1871 an Bord der Passagierfähre Westfield am Staten Island Ferry Terminal in Manhattan zu einer Kesselexplosion. 125 Menschen kommen beim schwersten Fährunglück im New Yorker Hafen ums Leben.

USA

Am 8. Oktober 1971 wird Peshtigo (Wisconsin, USA) mit mehreren umliegenden Dörfern ein Raub der Flammen. Der Waldbrand mit den meisten Todesopfern in der US-Geschichte fordert mindestens 1.200 Menschenleben und zerstört eine Fläche von etwa 6.000 km². Am gleichen Tag fällt auch die Stadt Singapore (Michigan, USA) einem Großbrand zum Opfer.

USA

Beim großen Brand in Chicago (Illinois, USA) am 10. Oktober 1871 brennt fast die ganze Stadt nieder. Rund 300 Menschen kommen ums Leben, 100.000 werden obdachlos. Zahlreiche architektonische Besonderheiten wie das Verlagsgebäude der Chicago Tribune und das Crosby Opera House werden ein Raub der Flammen.

In Neu­en­bürg bei Pforz­heim fer­tigt der Sei­ler­meis­ter Fried­rich Goll­mer 1872 den ers­ten Schlauch in sei­nem ei­ge­nen Be­trieb. Da­mit legt er den Grund­stein der Fir­men­ge­schich­te des Schlauch­pro­du­zen­ten Goll­mer & Hum­mel, der heu­te als Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men be­reits in der fünf­ten Ge­ne­ra­ti­on in­ha­ber­ge­führt wird und sei­nen Sitz in Strau­ben­hardt im ba­den-württem­ber­gi­schen Enz­kreis hat.

Japan

Bei einem Großbrand am 26. Februar 1872 wird das Tokioter Geschäftsviertel Ginza (Japan) völlig zerstört. Nur sechs Tage später beschließt die japanische Regierung, das Gebiet im Stil einer europäischen Prachtstraße wiederzuerrichten.

Italien

Ein Ausbruch des Vesuvs zerstört am 26. April 1872 die Orte Massa di Somma und San Sebastiano al Vesuvio (Region Kampanien, Italien) und tötet 20 unvorsichtige Schaulustige.

Köln

Am 1. Juli 1872 wird die Berufsfeuerwehr Köln gegründet (Quelle: BF Köln).

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LK Schmalkalden-Meiningen

Ein verheerender Stadtbrand vernichtet am 5. September 1874 ein Drittel der Altstadt der Residenzstadt Meiningen (LK Schmalkalden-Meiningen, Thüringen).

In Bonn wird 1874 mit dem Auf­bau ei­nes Hy­dran­ten­net­zes be­gon­nen (Quelle: Stadt­ar­chiv Bonn).

1874 scheinen die Lengsdorfer ihre eigene Feuerlöschspritze bekommen zu haben, denn nun werden die Kosten zur Unterhaltung der Feuerlöschgerätschaften nur noch von Ippendorf und Röttgen gemeinsam getragen.

Schweiz

Am 25. Dezember 1875 kommt es im Schulhaus Hellikon (Kanton Aargau, Schweiz) zum Einsturz des Treppenhauses. Da es regnete, warteten viele Menschen, die zur Weihnachtsfeier wollten, dicht gedrängt auf der Treppe. Kurz vor der Saalöffnung um 18:30 Uhr stürzte das Treppenhaus ein und dutzende Besucher wurden unter Schutt und Trümmern begraben. Das Unglück fordert 76 Tote, darunter zahlreiche Kinder. Die nachfolgende Untersuchung weist schwere Konstruktionsmängel nach, die das ausführende Bauunternehmen aus Kostengründen in Kauf genommen hatte.

1876 wird in Poppelsdorf die Freiwillige Feu­er­weh­r ge­grün­det. Sie besteht bis 2001 und war zuletzt ein Löschzug der Feuerwehr Bonn.

Der Auf­druck auf ei­ner Ju­bi­lä­ums­ka­chel des Lösch­zugs Poppelsdorf aus dem Jahr 1976 da­tiert die Grün­dung der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Pop­pels­dorf auf das Jahr 1876. Drei Ex­em­pla­re die­ser Ka­chel sind heu­te noch (2017) bei der Lösch­ein­heit Rhein­dorf zu fin­den.

Schottland

Im schottischen Blantyre verlieren am 22. Oktober 1877 bei einem Grubenunglück im Steinkohlenbergwerk 215 Menschen ihr Leben.

Ecuador

1877 bricht der Vulkan Cotopaxi im heutigen Ecuador aus. Durch die große Eruption schmilzt den Gipfelgletscher vollständig ab, so dass die entstehende Schlammlawine das umliegende Land mehr als 100 km weit überflutet und die Stadt Latacunga komplett zerstört. Seit 1738 ist der Cotopaxi etwa 50 Mal ausgebrochen. Davon waren die gewaltigsten Eruptionen die der Jahre 1744, 1768 und 1877.

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Bremen

Ein ungewöhnlich hohes Hochwasser unterspült am 28. Dezember 1880 das Flussufer im Hafen von Bremen. Dadurch stürzen 170 m Kaimauer ein, und zahlreiche Lagerschuppen werden beschädigt oder zerstört.

 

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