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Frankreich

Am 23. März 1881 zerstört ein verheerender Brand durch eine Gasexplosion an der Bühnenrampe die Oper von Nizza (Provence-Alpes-Côte d’Azur, Frankreich). Um die 200 Menschen werden Opfer der Katastrophe.

Tschechien

Bei einem Feuer im erst am 11. Juni eröffneten Nationaltheater Prag (Tsche­chi­en) brennen am 12. August 1881 das Messingdach, die Bühne und der Zu­schau­er­raum völlig nieder.

Wien

In Wien (Ös­ter­reich) brennt am 8. De­zem­ber 1881 beim Ent­zün­den der Gas­be­leuch­tung das Ring­the­a­ter ab. Das Ge­bäu­de wird völ­lig zer­stört. Der Ring­the­a­ter­brand ist mit über 450 To­des­op­fern ei­ne der schwers­ten Brand­ka­tas­tro­phen im 19. Jahr­hun­dert.

Die The­a­ter­brän­de von 1881 in Niz­za, Prag und Wien be­deu­ten das Ende der Gas­be­leuch­tung im The­a­ter und den Be­ginn ih­rer Elek­tri­fi­zie­rung. Eben­so wird da­nach in den The­a­tern der „Ei­ser­ne Vor­hang“ ver­pflich­tend ein­ge­führt.

Ippendorf – Es fängt am 11. Juli 1881 morgens um 4:00 Uhr an. Da brennen die Gebäude des Johann Wallbrück ab: Der Stall, die Scheune und der Schuppen. Das Haus der Familie wird be­schä­digt. Auch die Ställe und Scheunen des Jacob Wilz und Michael Fendel werden teil­wei­se ein Raub der Flammen. Zum Glück waren auch sie schon feuerversichert und er­hal­ten eine Entschädigung.

Beim Löschen des Brandes zeichnen sich in besonderer Weise Christian Rech, Johann Rheindorf und Joseph Braun aus. Sie verhinderten die weitere Ausdehnung des Feuers und erhalten von der Feuerversicherung eine Gratifikation in Höhe von 10 Mark, be­son­ders auch weil beim Löschen ihre Kleidung in Mitleidenschaft gezogen worden ist.

Ippendorf – Am 15. Januar 1882 brennt es wieder. Da geht abends um 23:00 Uhr die Scheu­ne, der Stall und der Schuppen der Witwe Adam Steitz in Flammen auf. Wieder wird bös­wil­li­ge Brandstiftung angenommen. Hinsichtlich des Täters kann nicht das Geringste er­mit­telt wer­den. Diesmal werden 800 Mark Entschädigung ausgezahlt.

So geht es weiter. Der Bürgermeiser notiert am 2. August 1882:

„In der vergangenen Nacht hat es wieder in Ippendorf gebrannt. Eine Scheune wurde zerstört. Es dürfte wohl kaum zu bezweifeln sein, dass böswillige Brandstiftung vor­liegt, wenn auch bis jetzt Anhaltspunkte nicht vorliegen.“

Vier Monate später schlägt der Brandstifter erneut zu. Am 6. November 1882 brennt es im Anwesen der Witwe Johann Hülsmann. Die Versicherung zahlt 35 Mark Entschädigung.

Am 25. November 1882 brennt die Scheune des Jakob Kerp vollständig ab. In den Akten steht geschrieben:

Nach 8 Uhr ges­tern abends war der Sohn des Kerp noch mit der La­ter­ne in der Scheu­ne ge­we­sen und hat­te das Häck­sel ge­schnit­ten. Mög­lich ist nun, dass bei die­ser Ar­beit die in der Scheu­ne sich be­find­li­che Frucht oder Heu un­be­merkt Feu­er ge­fan­gen hat und letz­te­res erst ei­ne Stun­de spä­ter zum vol­len Aus­bruch ge­kom­men ist.“

Auch Jakob Kerp war feuerversichert und bekam 403 Mark Entschädigung. Für hervorragende Löscharbeit erhielten Wolber und Braun 5 Mark Gratifikation.

Ippendorf – Auch 1883 schlägt der Brandstifter wieder zu. Am 24. März 1883 vernichtet das Feuer die Gebäude des Theodor Schurz. 643 Mark muss die Feuerversicherung berappen.

Als es dann am 28. August 1883 beim Schuster Bertram Brenner brennt, sind die Ippendorfer erleichtert, dass es nicht wieder Brandstiftung ist:

„Hinsichtlich der Entstehung des Brandes habe ich an Ort und Stelle festgestellt, dass ein unglücklicher Zufall respektive Unvorsichtigkeit das Feuer hervorgerufen hat. Bren­ner hat nämlich das mit dem Stalle unter einem Dache liegende Hühnerhäuschen, wel­ches voll Ungeziefer war, ausbrennen wollen, bei welcher Gelegenheit dann das in dem Stalle sich befindliche Heu in Brand geraten ist. Mit Hinsicht auf die Ge­ring­fü­gig­keit des zu vergütenden Schadens und weil der Brenner sonst ein or­dent­li­cher Mann ist und er durch den Verlust des nicht versicherten Hauses und Strohs ohnehin hart ge­straft ist, sollte von einer Bestrafung abgesehen werden“, meinte der Bür­ger­meis­ter.

In Ippendorf wird jedoch noch lange Zeit über den Feuerteufel gerätselt. Die Brandserie ist das Hauptthema an den Stammtischen. Und bald hat man sich auch eine Theorie zurechtgelegt, wer der Täter sein könne und welchen Nutzen er von den Bränden hat.

In Verdacht gerät ein Gastwirt. Der hat sich durch eine Äusserung bei einem der Brände nach Meinung einiger Gäste verraten, als er präzise die Gebäude nennt, die gerade in Flammen aufgehen. Das kann er aber wegen der großen Entfernung unmöglich von der Treppe der Wirtschaft aus so genau erkennen. War er vielleicht der Brandstifter?

Nach den Bränden ist seine Gaststätte schließlich auch brechend voll und er machte gute Geschäfte. Denn da löschen die Feuerwehrleute und die vielen Helfer anschließend ihren Durst.

Indonesien

Am 27. August 1893 bricht der indonesische Vulkan Krakatau aus. Es folgt ein Tsunami mit 40 Meter hohen Wellen im Umkreis von 80 km. Insgesamt kommen etwa 36.000 Menschen ums Leben.

Dänemark

Am 3. Oktober 1884 wird das dänische Schloss Christiansborg in Kopenhagen durch ein Feuer zerstört.

1885 wird in En­de­nich die Frei­wil­li­ge Feu­er­weh­r ge­grün­det. Sie ist heu­te die Lösch­ein­heit 14 der Feu­er­wehr Bonn.

1886

China

Bei einer Überflutung des Gelben Flusses 1887 in China kommen etwa 900.000 Menschen ums Leben.

Am 23. März 1888 wer­den in Bonn bei ei­nem Brand Dach­stuhl und Dach­rei­ter der um 1300 er­bau­ten Mi­no­ri­ten­kir­che (seit 1806: St. Remigius) zer­stört.

23.03.1888 Brand Minoritenkirche
Foto: Stadtarchiv Bonn

Nach dem Brand wird die „Brand­ord­nung für die Ge­mein­de Bonn“ er­las­sen. In die­ser und den fol­gen­den Brand­ord­nun­gen wird un­ter an­de­rem fest­ge­legt, wer die ver­schie­de­nen „Brand­sprit­zen“ zu be­set­zen hat. Acht sol­cher Sprit­zen sind im Stadt­ge­biet ver­teilt.

Die letz­te Brand­ord­nung be­in­hal­tet schon Ele­men­te ei­ner Pflicht­feu­er­wehr und bleibt bis 1877 in Kraft.

Am 17. Dezember 1888 wird in Kesse­nich die Frei­wil­li­ge Feu­er­weh­r ge­grün­det. Sie ist heu­te die Lösch­ein­heit 33 der Feu­er­wehr Bonn.

Un­ter schwie­rig­sten Be­din­gun­gen be­kämp­fen Bür­ger, Ta­ge­löh­ner und Acker­wir­te im Fe­bru­ar 1889 ge­mein­sam ei­nen Groß­brand in ei­nem Ko­lo­ni­al­wa­ren­ge­schäft an der Ko­blen­zer Stra­ße.

Am 23. März 1889 wird in Godesberg im Saal Schumacher (heute: „Zur Lin­den­wir­tin“) mit 60 Mitgliedern die Frei­wil­li­ge Feu­er­weh­r ge­grün­det. Sie ist heu­te die Lösch­ein­heit 31 Bad Godesberg der Feu­er­wehr Bonn. Ers­ter Brand­di­rek­tor wird der Sa­ni­täts­rat Dr. Hans Schwann.

Grup­pen­fo­to der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Bad Go­des­berg (Quelle: FF Bonn-Bad Go­des­berg).

USA

Das 1882 von Edison zur Elektrifizierung New Yorks (New York, USA) in Betrieb genommene Kraftwerk an der Pearl Street in Manhattan wird am 2. Januar 1890 durch ein Feuer weitgehend zerstört.

Griechenland

Ein Großbrand verursacht am 4. September 1890 schwere Schäden in der griechischen Stadt Thessaloniki. Das europäische Viertel brennt vollständig nieder. 20.000 Menschen werden obdachlos.

Tschechien

Am 31. Mai 1891 verursacht unvorsichtiges Handhaben einer Grubenlampe in der Grube Marie in Příbram (Tschechien) einen Grubenbrand auf der 29. Sohle in 950 m Tiefe. Dabei kommen 319 Bergleute ums Leben. Es ist das bis dato weltweit schwerste Grubenunglück.

Lengsdorf – Auch als der Landrat im Jahre 1892 dringend die Anschaffung einer neuen Brandspritze ver­langt, will man erst einmal die alte Spritze durch einen Sachverständigen prüfen las­sen. Außerdem – so heißt es – könne man die erforderlichen 750 Mark unmöglich auf­brin­gen, höchstens in einem Zeitraum von drei Jahren.

Lengsdorf – Anfang 1893 wird beschlossen, ...

... den Ankauf zurückzustellen, da außer der Gemeindebrandspritze noch eine weitere im Privatbesitz der Dampf-Schreinerei Geuer sei, die sie im Augenblick der Gefahr auch zur Disposition stellen wird.

Spanien

Im Hafen von Santander (Kantabrien, Spanien) explodiert am 3. November 1893 der Frachter Cabo Machichaco, der auch Dynamit geladen hat, nach einem an Bord ausgebrochenen Brand. 590 Menschen sterben, 525 werden verletzt. Die Detonationswelle zerstört zahlreiche Häuser.

Frankreich

Der Bazar de la Charité in Paris (Frankreich) wird am 4. Mai 1897 zerstört, als die Wärmeentwicklung eines Cinématographen in einem Anbau Feuer in brennbarem Material auslöst. 129 Menschen sterben.

Kurz vor der Jahrhundertwende kauft man dann wohl doch eine neue Feuerspritze für Lengsdorf, da man anfangs des Jahres 1900 beschließt, „die alte nicht mehr be­nutz­ba­re Brandspritze“ versteigern zu lassen.

Die Ippendorfer Spritze muss für 51 Mark repariert wer­den. Die Ausrüstung für die noch nicht organisierte Löschmannschaft besteht im Jahre 1900 aus einer Spritze, zwei Leitern, 30 Eimern, drei Brennhaken und 60 Metern Schlauch. Jährlich werden zwei Übungen abgehalten.

Handdruckspritze – Foto: © FF Nienburg-Holtorf
Eine Handdruckspritze wie diese war um 1900 in Ippendorf stationiert und wurde auch in Lengsdorf eingesetzt. Foto: © FF Nienburg-Holtorf

Auf Be­schluss der Bonner Stadt­ver­waltung wer­den am 28. Ju­ni 1900 in Drans­dorf und Rhein­dorf Frei­wil­li­ge Feu­er­weh­ren ge­grün­det. Sie sind heu­te die Lösch­ein­heiten 13 und 15 der Feu­er­wehr Bonn. In der Fol­ge­zeit schlie­ßen sich auch die Orts­teil-Feu­er­weh­ren Pop­pels­dorf, En­de­nich, Kes­se­nich und Dot­ten­dorf der Feu­er­wehr Bonn an.

USA

Ein Großbrand am 30. Juni 1900 im Hafen von Hoboken (New Jersey, USA) wirkt sich auf vier deutsche Linienschiffe aus. Auf dem hölzernen Pier la­gern­de Baumwollballen entzünden sich. Allein auf den Schiffen des Norddeutschen Lloyd ster­ben 147 Menschen, insgesamt werden 326 Tote gezählt.

Aserbaidschan

Am 1. Ok­to­ber 1900 wer­den bei ei­ner Brand­ka­tas­tro­phe in Ba­ku (Aser­baid­schan) 97 Bohr­tür­me und ca. 8.000 t Erd­öl ver­nich­tet.

USA

Bei ei­ner Ex­plo­si­on in ei­ner New Yor­ker Che­mie­fa­brik kom­men am 29. Ok­to­ber 1900 fast 200 Men­schen ums Le­ben.

 

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