Vom Anbeginn der Zeit ...

700.000 vor Christus

In einem Sprichwort heißt es: „Feuer und Wasser sind zwei gute Diener, aber schlimme Herren.“ Hinter dieser Einsicht steckt die Erfahrung von Jahrtausenden.

Feuer kennen die Menschen zunächst nur, wenn ein Blitz einschlägt und Bäume oder Gras entzünden. Als der Mensch erstmals das Feuer für sich nutzt, hat er wohl ein Lagerfeuer gemacht, indem er Zweige in solche natürlich entzündete Feuer hielt und so das Feuer „mitnahm“.

Ab etwa 700.000 v.Chr. versteht der Mensch (homo erectus), selber ein Feuer zu entzünden. Das Feuer hat viele Vorteile. Es gibt Licht und Wärme, Schutz vor wilden Tieren und man kann damit Nahrung zubereiten. Fleisch muss nicht mehr roh gegessen werden. Üblich wird das jedoch erst vor etwa 100.000 Jahren.

400.000 vor Christus

Um 400.000 v.Chr. lernt der Frühmensch, sich das Feuer zunutze zu machen. Es dient ihm als Schutz- und Lagerfeuer und zum Zubereiten der Jagdbeute. Angebrannte Knochen und Holzkohlereste in den Höhlen des „Pekingmenschen“ bei Tschoukoutien gelten als die ältesten Anzeichen für Feuerverwendung in der Altsteinzeit .

10.000 vor Christus

Der Steinzeitmensch beherrscht die Kunst, die beim Schlagen von Feuersteinen entstehenden Funken mit Zunder aufzufangen und diese Glut durch Blasen zum Feuer anzufachen. Nahezu 12.000 Jahre lang wird in Russland noch auf die gleiche Weise Feuer entfacht, wobei der Feuerstein gegen ein kleines Stahlstück geschlagen wird, um Funken zu erzeugen.

3000 vor Christus

Zweiholmige Leitern sind in der Kriegstechnik und im Festungsbau der Ägypter bekannt, deren Länge von der Manövrierbarkeit bestimmt waren. 550 Jahre später versah man die Leitern am Ende mit einer Achse und zwei Rädern. Leitern werden im Laufe der Geschichte des Feuerlöschwesens in verschiedenster Ausführung ein wichtiger Bestandteil der Ausrüstung der Feuerwehren, die noch heute – wenngleich in verbesserter Konstruktion – Verwendung finden.

1728 vor Christus

Ein geregeltes Feuerlöschwesen gab es bereits im alten Ägypten. Das älteste Beweisstück für ein Feuerschutzdenken dürfte eine Gesetzessammlung des babylonischen Königs Hammurabi I. (1792 bis 1750 v.Chr.) sein, in der die Bauweise der Häuser, ihre Abstände voneinander und die Mauerstärken vorgeschrieben sind.

1200 vor Christus

1200 vor Christus wurde in Ägypten der erste jährliche Feuerwehrbericht in Hieroglyphen herausgegeben. Soweit reicht also die Feuerwehrliteratur zurück. Auf ägyptischen Reliefs sieht man, wie Löschgefäße von Hand zu Hand gehen, aber auch, wie Menschen Dämme gegen Fluten bauen. Fast jede antike Stadt ist mindestens einmal bis auf die Grund­mau­ern abgebrannt.

564 vor Christus

In der Hauptstadt des chinesischen Reiches Sung wird nach einem Großbrand eine Feuerschutztruppe eingerichtet, deren Kommandant dem Arbeitsministerium unterstellt ist. Absperrung des Brandplatzes durch Soldaten, Niederreißen von Häusern, Bewerfen gefährdeter Häuser mit feuchtem Lehm, Anlage von Wasserkanälen und Löschteichen, Instandhaltung von Körben, Fässern, Eimern und Seilen für die Brunnen werden als weitere Lösch- und Schutzmaßnahmen angeordnet.

300 vor Christus

Für Feuerschutz und nächtliche Sicherheit ist zur Zeit der römischen Republik ein Dreimännerkollegium, die „Tresviri nocturni“ verantwortlich. Sie befehligen eine Mannschaft aus Gemeindesklaven (familia publica), die an den Mauern und Toren stationiert sind. Da dies nicht ausreicht, bilden reiche Privatleute eigene Sklavenlöschmannschaften (familia privata), die gegen Bezahlung oder auch kostenlos in Aktion treten.

250 vor Christus

Die Erfindung der zweizylindrigen Kolbenpumpe mit Saug- und Druckventilen wird dem gelehrten griechischen Techniker Ktesibios aus Alexandria zugeschrieben, dessen Bücher nur in Auszügen überliefert sind. Die Pumpe wird später als Bronzepumpe beschrieben, die das Wasser in die Höhe treibt.

24 vor Christus

In Rom bildet Marcus Egnatius Rufus als Polizeidirektor aus Sklaven und Mietlingen eine private Feuerwehrtruppe und gewinnt durch ihre geschickte Verwendung und eigenen Mut beim Löscheinsatz in hohem Grade die Gunst des Volkes. Kaiser Augustus sieht darin einen beleidigenden Vorwurf und gründet daher eine nächtliche Brandwache aus 600 Sklaven, eine Berufs-, Wach- und Feuerwehrtruppe, die „Cohortes vigilii“. Noch heute heißen die Feuerwehrleute in Italien „Vigili del Fuoco“, was wörtlich übersetzt „Wächter des Feuers“ heißt (siehe auch: Bezeichung „Feuerwehr“).

Nach Christi Geburt

1. Jahrhundert

Eine große Feuersbrunst im Jahr 6 nach Christus in Rom veranlasst Kaiser Augustus, anstelle der Feuerwehr von 600 Sklaven, die er 21 vor Christus geschaffen hatte, sieben Wachkohorten von je 1.000 bis 1.200 Freigelassenen zu werben und sie einem Präfekten aus dem Ritterstand zu unterstellen. Den Feuerlöschdienst versehen die Wasserträger, Spritzenleute und die Leute mit Löschdecken. Außer Waffen tragen die Leute folgende Geräte mit sich: Löschdecken aus Lumpen, Löscheimer, langstielige Äxte, Beile, Sägen, Hämmer, Leitern, Einreißhaken, Stangen und Schwämme.

50 nach Chr. richtet Kaiser Claudius in der römischen Hafenstadt Ostia eine 700 Mann starke Wach- und Feuerwehrtruppe ein.

Als größte Brandkatastrophe des Altertums gilt der Brand von Rom in den Tagen vom 19. bis 28. Juni 64. Die Ursache - manche vermuten Brandstiftung auf Veranlassung des Kaisers Nero - ist nie ganz aufgeklärt worden. Dass die Christen, denen Nero die Schuld zuschob, unschuldig waren, hat 60 Jahre später Plinius durch amtliche Untersuchungen festgestellt. Beim Wiederaufbau der Stadt hat man auf den Brandschutz weitgehendst Rücksicht genommen, durch den Bau von breiten Straßen, regelmäßigen Häuserfronten, Einschränkung der Holzbauweise und der Stockwerkszahl.

2. Jahrhundert

Heron von Alexandria – gelehrter Techniker und Mathematiker – beschreibt 110 n.Chr. in seinem Buch über pneumatische und hydraulische Apparate als erster die „Siphone, die man bei den Feuersbrünsten anwendet“, als tragbare, zweizylindrige Kolbenpumpwerke aus Bronze mit Wasserkasten und einer Art Wendestrahlrohr.

Löschwasser durch Ochsendärme an gefährdete Stellen zu leiten schlägt Apollodoros von Damaskus 120 n.Chr. in seinem Werk über die Belagerungstechnik vor. Vor die Därme sollen wassergefüllte Ledersäcke gebunden werden, die zusammengedrückt werden und das Wasser hinauftreiben. Apollodor beschreibt auch die Urform der Steckleitern, die aus mehreren Teilstücken zusammensetzbare römische Leiter.

4. Jahrhundert

Zur Zeit der letzten Christenverfolgung unter Kaiser Diocletianus lebte in der Provinz Noricum (Oberösterreich) der römische Staatsbeamte Florianus als pensionierter Vorstand der Kanzlei des Statthalters zu Cetium (St. Pölten).

Nach der Legende wird er wegen seines mutigen Eintretens für christliche Soldaten vom Statthalter Aquilinus in Lauriacum (Lorch-Enns), der Garnison der II. italienischen Legion, verhaftet, mit Sengen und Brennen bis zur Bewusstlosigkeit gefoltert und schließlich am 4. Mai 304 mit einem an den Hals gebundenen Steinbrocken in die Enns gestürzt.

Alle Berufe, die es mit dem Brennen und Löschen zu tun haben – voran die Feuerwehren – haben Florianus von Lorch zu ihrem Patron gewählt. Der Zeitpunkt der Heiligsprechung Florians lässt sich nicht mehr nachvollziehen, es soll aber vor oder im Hochmittelalter gewesen sein.   

5. Jahrhundert