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bis 1900

1901-1920 ►

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Der Brandschutz und das Feuerlöschwesen in Lengsdorf vor Gründung der Feuerwehr

1672

Am 22. Dezember 1672 wird für Bonn eine Brandordnung erlassen, die bald auch in den umliegenden Dörfern beachtet wird.

Bei Ausbruch eines Brandes wird eine Kirchenglocke geläutet und die Männer des ganzen Dorfes laufen zur Brandstelle. Nachts erfolgt die Alarmierung durch ein Horn. Mit Wagen und Schiebkarren wird das Wasser von Brunnen und aus dem Bach herangefahren. Frau­en und größere Jungen bilden eine Eimerkette bis zur nächsten Wasserstelle.

Nach dem Löschen des Feuers müssen ein paar Männer die Brandwache halten. Wer sich beim Löschen allzusehr „erhitzet und ermüdet“ hat, dem wird ein Mödchen Wein gereicht.

1801–1850

Der erste organisierte Feuerschutz in Lengsdorf beginnt erst Anfang des 19. Jahr­hun­derts. Wenn man auch noch keine Brandspritze kaufen kann, so beschließt man doch, le­der­ne Eimer anzuschaffen. Schließlich wird dann mit Ippendorf zusammen eine Feu­er­sprit­ze erstanden. Im Jahre 1847 sind im Gemeindehaushalt 2 Taler für Feu­er­schutz­ge­rä­te vorgesehen, 1850 sogar 5 Taler.

Anderntheils sind von letztgenanntem Orte bis nach Lengsdorf mit der bespannten Spritze, weil es bergab geht, kaum mehr als fünf Minuten Zeit erforderlich und also im Nothfall Hülfe rasch genug zur Hand.

Auch in Endenich und Duisdorf seien notfalls Spritzen, heißt es.
Weiterhin wird die klamme Finanzlage der Gemeinde erläutert:

Da Lengsdorf viel mit armen Leuthen, meistens von Tagelöhnern bewohnt und sehr mit Schulden belastet sind, und die Ernte schlecht ausgefallen ist, daher würde es eine drückende Last für die Gemeinde werden.

1860

In den 1860er-Jahren wird angeregt, eine neue Feuerspritze und fünf Brandeimer aus Segeltuch zu kaufen. Der Gemeinderat lehnt dies jedoch im Jahre 1867 mit der Be­grün­dung ab, dass Lengsdorf ja an der in Ippendorf stationierten Spritze beteiligt sei:

Einen Segeltucheimer habe man schon einmal gehabt, der sei beim Brand in Duisdorf völ­lig zerstört worden und habe sich nicht bewährt. Überdies hätten die Leute auf dem Lan­de al­le selbst „Eimer und Büdden“ für diesen Zweck.

1863–1888

Die ersten freiwilligen Feu­er­weh­ren in der Um­ge­bung von Lengsdorf wer­den 1863 in Bonn, 1876 in Pop­pels­dorf, 1885 in En­de­nich und 1888 in Kes­se­nich ge­grün­det.

1892–1893

Auch als der Landrat im Jahre 1892 dringend die Anschaffung einer neuen Brandspritze ver­langt, will man erst einmal die alte Spritze durch einen Sachverständigen prüfen las­sen. Außerdem – so heißt es – könne man die erforderlichen 750 Mark unmöglich auf­brin­gen, höchstens in einem Zeitraum von drei Jahren.

Anfang 1893 wird beschlossen, ...

... den Ankauf zurückzustellen, da außer der Gemeindebrandspritze noch eine weitere im Privatbesitz der Dampf-Schreinerei Geuer sei, die sie im Augenblick der Gefahr auch zur Disposition stellen wird.

1900

Kurz vor der Jahrhundertwende kauft man dann wohl doch eine neue Feuerspritze, da man anfangs des Jahres 1900 beschließt, „die alte nicht mehr be­nutz­ba­re Brandspritze“ versteigern zu lassen.